Überblicksbericht zur Unterbringung von Asylbewerbern in der Gemeinde Planegg

Von Juni bis Oktober 2015 diente die Turnhalle des Feodor-Lynen-Gymnasiums in Planegg als Notunterkunft für rund 200 Asylbewerber. Sie wurden vorbildlich betreut vom Helferkreis Würmtal, der sich Mitte des Jahres 2015 formierte und eine engmaschige Betreuung der Asylbewerber gewährleistete. Im Oktober wurden die jungen Männer in die Traglufthalle Unterhaching verlegt.

Die Gemeinde Planegg verfolgt die Strategie einer dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge in beiden Ortsteilen. Erklärter Wille ist es, überschaubare Unterkünfte an mehreren Standorten anstelle von großen Lagern mit mehreren hundert Personen zu realisieren. Auch der Helferkreis Würmtal sieht in der dezentralen Unterbringung eine bessere Chance auf Integration und optimale Betreuung.

Zwei Standorte fertig gestellt

In  Planegg wurden im Mai und Juni 2016 zwei neue Asylunterkünften im Gemeindegebiet in Betrieb genommen.

Um die Unterbringungsquoten für 2016 zu erfüllen, hat der Gemeinderat zwei weiter Grundstücke für eine Bebauung freigegeben in Georgenstraße und am Bahnhofsgelände Ostseite.

Planegg - Fürstenrieder Straße

Die Asylbewerberunterkunft auf dem hinteren Teil des Planegger Friedhofsparkplatzes an der Fürstenrieder Straße wird aufgrund des anhaltenden Flüchtlingsstroms etwas größer als ursprünglich geplant.

Vier kleinere doppelstöckige Gebäude in „Feel-Home" Holzbauweise werden für insgesamt 72 Personen an der Fürstenrieder Straße errichtet (sh. Bild). Sie werden in Holzbauweise gebaut und fügen sich optisch gut in die umliegende Bebauung ein. Die Wertstoffinsel und der vordere Teil des Parkplatzes bleiben erhalten. Auch auf den vorhandenen Baumbestand kann weitgehend Rücksicht genommen werden. Lediglich 2-3 kleinere Bäume werden entfernt werden müssen.

Martinsried - Bunsenstraße

Dem Wunsch vieler Bürger entsprechend wurde eine Umplanung vorgenommen und eine Lösung gefunden, die den Erhalt des Bolzplatzes ermöglicht. Auf einer Grundstücksfläche von 1300 qm sind zwei doppelstöckige Gebäude in Holzbauweise entstanden.  

Die Häuser wurden entlang der Bunsenstraße platziert und entsprechen den bau- und brandschutzrechtlichen Bestimmungen. Sie bieten Platz für 60 Personen. Auf Grund des Erhalts des Bolzplatzes und des deutlich geringeren Flächenbedarfs scheint dem Gemeinderat die Erhöhung um 10 Asylbewerber verträglich. Auf dem östlich angrenzenden Grundstück wird ein neuer Bolzplatz für die Allgemeinheit entstehen (sh. Bild).

Gemeinschaftsraum und Betreuung

In allen Häusern teilen sich je acht Bewohner einen Gemeinschaftsraum, kochen und leben miteinander. Auf Initiative der Gemeinde hin, wird an beiden Standorten eine Wohneinheit zum Betreuungsraum umfunktioniert.  

Tag der Offenen Tür

Bei einem Tag der Offenen Tür hatte die Bevölkerung Gelegenheit, sich die Häuser anzusehen. Die Bevölkerung im Landkreis bekommt bei allen größeren Unterkünften die Möglichkeit, sich vor deren Belegung selbst ein Bild von den Räumlichkeiten zu machen.

Nach den neuesten Prognosen aus dem Landratsamt München entfällt auf die Gemeinde Planegg eine Aufnahmequote von ca. 189 Flüchtlingen bis Ende 2016 (Stand Juni 2016). Über die bisher errichteten Asylbewerberunterkünfte in der Fürstenrieder Straße und an der Bunsenstraße hinaus ist demnach der Bau weiterer Unterkünfte unumgänglich.