Realisierung des „Notfallplans Turnhalle“ sehr unwahrscheinlich

Nach langen Gesprächen und Verhandlungen mit unserem Landrat Christoph Göbel freue ich mich nun, Ihnen mitteilen zu können, dass die Tendenz der Umsetzung des Notfallplans Turnhallenbelegung in Neukeferloh „gegen Null geht.“ Wir haben einige Alternativen angeboten, deren Umsetzung gleichfalls kurzfristig möglich ist.

Gleichzeitig kommen wir damit der für Grasbrunn geforderten Quote ein gutes Stück näher.“, teilt Erster Bürgermeister Klaus Korneder gemeinsam mit der Konrektorin in einem Brief an die Elternschaft der Schülerinnen und Schüler der Grundschule Neukeferloh mit. Für das Jahr 2016 rechnet das Landratsamt mit insgesamt 6.000 Asylbewerbern und Flüchtlingen, die entsprechend dem Verhältnis der Einwohner-Zahlen auf die Landkreisgemeinden verteilt werden sollen.

Der Anteil der Gemeinde Grasbrunn beträgt dabei rund 2%. Zum Stand 15.01.2016 haben 3.603 Asylbewerber im Landkreis München ein Obdach gefunden; davon wohnen derzeit 47 Asylbewerber in Grasbrunn in einer Containeranlage im Technopark und in einer Wohnung in Neukeferloh.

Dies verdeutlicht, dass das Landratsamt im Laufe des Jahres mit einem starken Anstieg der Asylbewerber rechnet. Um für alle Fälle gewappnet zu sein, plant das Landratsamt daher langfristig und großzügig. Dabei ist die von den Gemeinden zu erfüllende Quote auf den Maximalwert ausgerichtet. Aufgrund der anhaltenden Flüchtlingsströme hat sich dieser Wert allerdings immer weiter nach oben verschoben.

Da sich nun die Fertigstellung einiger bereits projektierter, genehmigter bzw. im Bau befindlichen Unterkünfte, z.B. in Taufkirchen, Haar, Planegg, Oberhaching oder auch Ismaning, verzögert, hat das Landratsamt München einen Notfallplan aufgestellt, der sicherstellt, dass ankommenden Flüchtlingen kurzfristig ein Dach über dem Kopf geboten werden kann. Daher soll vorübergehend wieder vermehrt auf Turnhallen zurückgegriffen werden– bis in den Gemeinden und Städten entsprechende feste Unterkünfte zur Verfügung stehen.

Bei der Vorauswahl der in Frage kommenden Standorte wurde vom Landratsamt berücksichtigt, ob und inwieweit in den Gemeinden bereits die Quote zur Unterbringung von Asylbewerbern erfüllt ist, ob bereits Notunterkünfte vor Ort existieren und ob die Gemeinde bereits von einer Turnhallenbelegung betroffen war.

Daher wurde auch die Unterbringung in der Turnhalle unserer Grundschule geprüft, für den Fall, dass Anfang/Mitte Februar auf entsprechende Lösungen zurückgegriffen werden muss. Diese Prüfung ist noch nicht gänzlich abgeschlossen. Jedoch kann nach einer Besichtigung der Örtlichkeiten und unter Berücksichtigung aller Umstände davon ausgegangen werden, dass die Wahrscheinlichkeit zur Heranziehung der Turnhalle gegen Null geht.

Alternativ wurde dem Landratsamt die Unterbringung von Flüchtlingen im Untergeschoss des Bürgerhauses Neukeferloh angeboten, wo neben Toiletten und Duschen auch eine Küche zur Verfügung steht. Dadurch könnte gleichzeitig auf ein Catering verzichtet werden. Vorrangiges Ziel ist es jedoch, die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern an den beschlossenen Standorten voranzutreiben.

In einer ersten Umsetzungsphase wurde vom Gemeinderat die Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten im Gebäude Hauptstraße 1, am Haarer Weg und auf dem Parkplatz im Technopark (inkl. Glascontainerfläche) beschlossen. Der Mietvertrag für die Hauptstraße 1 befindet sich bereits beim Landratsamt und ist schnell realisierbar.

Für die Errichtung eines Gebäudes am Haarer Weg gibt es aufgrund der baurechtlichen Voraussetzungen noch Schwierigkeiten, die derzeit vom Bauamt mit dem Landratsamt und der Regierung von Oberbayern geklärt werden. Hinsichtlich der Nutzung des Parkplatzes im Technopark wird dem Gemeinderat in der nächsten Sitzung eine Vorlage zur Beschlussfassung vorgelegt.

Nach Umsetzung dieser Standorte sollte in einer zweiten Phase die Errichtung von Unterkünften auf dem Bolzplatz im Technopark und einer noch zu benennenden Fläche in Neukeferloh Süd angegangen werden. Möglicherweise kann unabhängig davon auch die Errichtung von Wohnmöglichkeiten für Asylbewerber auf dem Grundstück eines privaten Eigentümers umgesetzt werden. „Ich stehe in täglichem Kontakt zu unserem Landrat Christoph Göbel.

Derzeit geht nach seinen Aussagen die Wahrscheinlichkeit der Realisierung des Notfallplanes „Turnhalle Grundschule Neukeferloh“ gegen Null. In die angekündigte Prüfung sind jedoch im Sinne der Gleichbehandlung alle Gemeinden einzubeziehen, die derzeit ihre Quote nicht erfüllt haben und die noch nicht von einer Turnhallenbelegung betroffen waren.“, betont Klaus Korneder die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Landratsamt.  

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