Radlwerkstatt

Das Fahrrad ist für die Asylsuchenden im Alltag ein wichtiges Verkehrsmittel. Der Wunsch vieler Asylsuchender ein eigenes Fahrrad zu besitzen ist daher verständlich. Der Helferkreis hat den Arbeitskreis Radlwerkstatt ins Leben gerufen. Am 12. März hat sich ein Kreis von begeisterten Hobby-Fahrradmechaniker und auch Mechanikerinnen im Alter zwischen 12 und 74 Jahren zusammengefunden, um von der Bevölkerung gespendete alte Fahrräder wieder flott zu machen und für wenig Geld – in der Regel 20 Euro – den Asylbewerbern zur Verfügung zu stellen.

Die in der Unterkunft ausgehängte Liste der Fahrradinteressenten war schnell gefüllt, viel schneller als die Mitglieder des Arbeitskreises mit dem Besorgen und Reparieren der Räder nachkommen konnten. Dieser hohe Anfangsbedarf ist durch die fleißigen Schrauber und Schrauberinnen – mit großem zeitlichen Einsatz – inzwischen abgearbeitet. Rund 25 Räder sind ausgeliefert worden und ein paar Fahrräder stehen für neue Bewohner bereit. Im Moment fehlen noch Räder für 3 bis 6 jährige. Durch Wechsel bei den Bewohnern ergeben sich immer wieder neue Anfragen.

Neben zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung von teilweise ganz tollen Fahrrädern (auf diesem Wege herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender) wurden die bei der Gemeinde lagernden Fundräder und die von der evangelischen Gemeinde schon gesammelten Räder durchgesehen. Unterstützung bekamen die Mitglieder der Radlwerkstatt bei der Beschaffung neuer Fahrräder auch vom AK Mobilität der Lokalen Agenda 21 und dem Algemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Im Rahmen des Unterhachinger Umwelttages am 25. April machten sie Werbung dafür, dem Helferkreis nicht mehr benötigte Fahrräder zu spenden. Diese Aktion wiederholen sie im Tag des Stadtradelns (20. Juni).

Finanziell trägt sich die Fahrradwerkstatt. Im Durchschnitt reichen die 20 Euro, um die benötigten Ersatzteile zu kaufen, aber auch nur, weil die Mitglieder der Radlwerkstatt Ersatzteile vom Wertstoffhof oder irreparablen Rädern sammeln und dazu die Ersatzteile günstig einkaufen.

Das  Motto des Helferkreises Hilfe zur Selbsthilfe wird auch im Arbeitskreis Radlwerkstatt verfolgt. Ein Bewohner ist Mitglied der Fahrradwerkstatt geworden. Für ihn wurde das nötigste Werkzeug angeschafft und im Lager aufbewahrt. Er erledigt kleinere Reparaturen vor Ort und dient als Ansprechpartner für die anderen Bewohner. Samstags um 15 Uhr ist ein fester Termin für die Fahrradwerkstatt geworden. Die Mitglieder treffen sich auf der Anlage, neue Räder werden ausgegeben, kleine Reparaturen vorgenommen und die benötigten Ersatzteile aufgeschrieben.

Ein ungeklärtes Thema ist noch die Vertrautheit mit deutschen Verkehrsregeln. Die Idee ist, wenigstens  etwas Schriftliches auszugeben, da weder der ADFC noch die Polizei vor September Termine für Kurse frei haben.

zurück