Gemeinsam für die Integration

Manch einer hätte den Beginn der Veranstaltung beinahe verpasst, so intensiv waren viele der eingeladenen Vertreterinnen und Vertreter aus den Asyl-Helferkreisen im Landratsamt München schon in den Dialog mit den Kollegen aus den anderen Städten und Gemeinden oder den Beschäftigten der Stabsstelle Asyl im Landratsamt vertieft.

Landrat Christoph Göbel, der die ehrenamtlichen Asylhelfer in den Festsaal des Landratsamtes am Mariahilfplatz zum Empfang eingeladen hatte, verschaffte sich dann aber doch noch Gehör und war bald umso intensiver selbst in den Austausch mit den Gästen eingebunden.

"Das Wichtigste ist die Integration"

In seiner Ansprache an die engagierten Männer und Frauen, die aus fast allen Kommunen des Landkreises gekommen waren, bekannte der Landrat: "Die dringlichste Aufgabe ist - bei derzeit wöchentlich 145 neu zugewiesenen Asylsuchenden - zwar die Unterbringung, die Wichtigste aber ist die Integration." Welch tragende Rolle dabei die Bevölkerung vor Ort, die Schulen, Volkshochschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen, ganz besonders aber die vielen ehrenamtlich in den Asylhelferkreisen organisierten Männer und Frauen einnähmen, betonte der Landrat immer wieder. Dies bestärke ihn auch jedes Mal aufs Neue in seiner Ansicht, dass die Gesellschaft das Potenzial habe, diese Aufgabe zu meistern. Und immer wieder beobachte er das Phänomen, dass der anfänglichen Skepsis in den Kommunen Entspannung folge, sobald aus den Flüchtlingen Menschen würden, sobald sie, zumeist über die Asylhelferkreise, persönlichen Kontakt zur Bevölkerung fänden.

Die Flüchtlinge im täglichen Leben in einem für sie neuen Kulturkreis zu begleiten, sie beim Deutsch Lernen zu unterstützen, ihnen unsere Werte zu vermitteln und auch die Menschen in Beschäftigung zu bringen - hierzu und bei vielem mehr leisten die Helferkreise vor Ort Großartiges. "Meinen herzlichsten Dank an Sie verbinde ich mit der Bitte: Lassen Sie sich nicht entmutigen!" Und damit meinte er keineswegs nur einzelne Flüchtlinge, mit denen das Arbeiten auch manchmal schwierig sein kann, oder Skeptiker in der einheimischen Bevölkerung, sondern auch die Verwaltung des Landratsamtes, die zum einen Vorgaben zu vollziehen habe, zum anderen aus Kapazitätsgründen auch nicht immer so schnell auf die Wünsche der Helfer reagieren könne, wie sie es gerne täte. "Wir wollen den ehrenamtlichen Helfern soviel Dienstleistung bieten, wie uns nur irgendwie möglich ist", so der Landrat.

Anlaufstelle für Asylhelferkreise: Elif Yildizoglu

Im Anschluss stellte sich die neue Ansprechpartnerin für die Asylhelferkreise, Elif Yildizoglu, den Anwesenden vor. Sie ist Mitarbeiterin in der Stabsstelle Asyl und seit September 2015 erste Anlaufstelle für ehrenamtliche Helfer. Die gelernte Sozialpädagogin, die zuvor selbst in der Asylsozialbetreuung gearbeitet hat und somit die Sorgen und Nöte beider Seiten aus der Praxis kennt, wird den Helferkreisen in Kürze auch einen neuen Leitfaden an die Hand geben, der ihnen wichtige Informationen z.B. zum Asylverfahren, zu den Zuständigkeiten der Behörden, vor allem aber auch viele praktische Tipps im Umgang mit den neuen Mitbürgern gibt.

Beim anschließenden Imbiss wurde an den Stehtischen fast drei Stunden lang das praktiziert, wozu der Empfang neben einem kleinen Dankeschön des Landratsamtes vor allem dienen sollte: dem Erfahrungsaustausch.

 

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