Flüchtlinge und der Fußball: Großzügige Spenden

Es war kalt an dem Samstagabend als die Bälle kamen. Doch den weit über 20 jungen Männern machte das nichts aus: Sie schnappten sich sofort die 10 Fußbälle und kickten sie beeindruckend gekonnt über den Kunstrasenplatz im Haarer Sport- und Freizeitpark. Die Kicker stammen aus Afghanistan und afrikanischen Ländern – und sie leben allesamt in der Traglufthalle am Haarer Ortsausgang.

Dieser wöchentliche Termin ist ein besonderer für die Flüchtlinge, die nun schon seit Oktober 2015 in Haar notuntergebracht sind. In der Dreifachturnhalle waren sie um die 240 und so oft als möglich haben viele von Ihnen auf der Wiese gekickt. Für sie war das neben der Bewegung auch eine Abwechslung, ja Ablenkung von den Sorgen und zudem ein Miteinander ohne sprachliche Barrieren.

Sport verbindet

Diese Kickerei hat Mario Hüneburg von seinem Zuhause aus nahe der Schule beobachten können – und in ihm war sofort der Gedanke da, dass er gerne etwas tun würde für die jungen Männer. Sport gehört nämlich auch zu seinem Leben: Er ist zum einen Handballer aber auch Schiedsrichter aus der Abteilung des FC Bayern. Über die Koordination der Flüchtlingshilfe im Rathaus kam er schließlich an die Männer ran – und sehr schnell begann Mario Hüneburg mit dem Fußballtraining für die Flüchtlinge.

Großer Andrang beim Training

Das war im Dezember. Heute trainieren die Jungs fest einmal pro Woche, wenn spontan irgendwo ein Platz frei wird auch öfter. „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet und das läuft alles völlig problemlos“, sagt ihr Trainer. Eigentlich erscheinen nach so einem Aufruf immer zwischen 30 und 40 Männer – die absolute Höchstzahl lag einmal bei 44 Kickern. Ab diesem Zeitpunkt hat sich Mario Hüneburg noch Mitstreiter gesucht – aus dem Helferkreis sind nun auch noch Kai, Philipp und Paul beim Training dabei.

Spende vom Sportladen „Team-Stars“

Als Mario Hüneburg nun im Internet einen Aufruf gelesen hat, dass der Sportladen „Team-Stars“ aus Neufahrn bei Freising Mannschaften mit Ausstattung sponsern will, hat er nicht lange gezögert. 10 Bälle und 10 Leiberl hat er sofort und unkompliziert zugesagt bekommen. Die Begeisterung bei den Fußballern war riesig, als nun beim letzten Training die Bälle bereits ins Spiel kamen.

Noch mehr Aktionen

Übrigens nicht die erste „Bonus-Aktion“ des Schiedsrichters: Durch seine zahlreichen Kontakte konnte er seiner Mannschaft auch schon einen Besuch in der Allianz-Arena ermöglichen – ein wirklich beeindruckender Tag für alle. Nun hat er bereits einen Fitnesstrainer des FC Bayern an der Angel, der bald einmal eine Trainingseinheit mit den Haarer Flüchtlingen abhalten will. Doch warum macht das ein Familienvater, der ohnehin einen vollgepackten Terminkalender hat, fragte ihn Bürgermeisterin Gabriele Müller, die die Mannschaft beim Training besuchte. Es sei das Strahlen in den Augen der Männer, wenn sie auf den Fußballplatz kommen. Das genüge ihm als Motivation. Claudia Erl

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