2. Integrationskonferenz im Landkreis München

Für seine zweite Integrationskonferenz wählte der Landkreis erneut die Form moderierter Workshops mit viel Raum für Ideen und Erfahrungen der Beteiligten sowie kreative Gruppenarbeit.

Nachdem ein Teilbereich des Gesamtkonzepts, der "Integrationsfahrplan für Geflüchtete", fast abgeschlossen ist, standen bei der zweiten Integrationskonferenz nun der Einwanderungsprozess und alle Menschen, die davon betroffen sind, im Blickpunkt. Zum intensiven Dialog trafen sich Mandatsträger sowie Rathausmitarbeiter aus den 29 Städten und Gemeinden des Landkreises, Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Polizei, Feuerwehr, aus dem medizinischen Bereich, der Agentur für Arbeit und der IHK, zudem Unternehmer, Verantwortliche aus Vereinen und Mitglieder der Asyl-Helferkreise. Insgesamt waren rund 150 Akteure im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn zusammengekommen.

Den kreativen Rahmen des Tages nahm Ottobrunns Erster Bürgermeister Thomas Loderer in seinem Grußwort auf: Er verglich die Aufgabe der Integration mit einem Cross-over-Festival, wie es erst kürzlich in Ottobrunn stattgefunden hat. Da zähle bei aller Mischung der Musikstile immer die feste Basis der klassischen Musik, um von dort aus neue Wege zu gehen. Und so wünschte er der zweiten Integrationskonferenz, dass sie "schöne neue Klänge findet und viele Ideen, wie wir Integration in unserem Landkreis München befördern."

Landrat Christoph Göbel bestärkte die Teilnehmer darin, den begonnenen Weg weiter gemeinsam zu gehen. Integration sei ein Prozess mit dem klaren Ziel, die mit der Einwanderung verbundenen Herausforderungen aktiv zu gestalten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu betonen und zu stärken. Die zweite Integrationskonferenz sei ein weiterer wichtiger Baustein für die Erstellung eines umfassenden Integrationskonzepts im Landkreis München. Dieses werde als echter "Arbeits-Leitfaden der interkommunalen Zusammenarbeit" 2018 in die Kreisgremien gehen.

Dr. Cornelia Schu, Geschäftsführerin des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration, gab anhand von Daten und Fakten einen kurzen Überblick, wie die Einwanderung in den vergangenen Jahrzehnten Deutschland verändert hat. Diese Veränderung sei mit Chancen und Risiken verbunden und müsse als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe angenommen werden. Auf besonderen Anklang stieß ihre Definition: "Integration ist die chancengleiche Teilhabe aller an zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens." Die Bildung spiele dabei eine ganz wesentliche Rolle.

Mit diesem Input gestärkt, strömten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann in die Workshops zu den Themen "Gesellschaftliche Teilhabe und Umgang miteinander", "Soziales, Gesundheit und Wohnen", "Bildung und Integrationsmanagement", "Arbeit und Wirtschaft" sowie "Bürgerschaftliches Engagement". Die fünf Workshops, jeweils auf eineinhalb Stunden angesetzt, fanden je zweimal statt. So konnten alle Teilnehmer zwei Workshops besuchen.

Dialog, Austausch, Miteinander

Ziel aller Workshops war der intensive Austausch miteinander. Um diesen zu fördern, starteten die Moderatoren mit einem kurzen Input für die Runde. Danach ging es für die Teilnehmer an die Arbeit. Sie brainstormten, sammelten, notierten, diskutierten, verfeinerten, gliederten und brachten dabei all ihre Erfahrungen zum Thema Integration mit ein.

In allen Workshop-Räumen waren die Moderationstafeln in kürzester Zeit gefüllt mit Themen, Ideen, Projektanregungen und Impulsen. Die Stimmung war offen, von der Studentin bis zum engagierten Rentner waren alle Altersstufen vertreten, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hörten einander zu, nahmen Ideen auf und entwickelten sie weiter. Wenn jemals ein "Beweis" dafür nötig war, dass immer auch der Weg Teil des Ziels ist, wurde dies im Wolf-Ferrari-Haus eindrücklich bestätigt. "Es war ein ganz besonderer Geist des Miteinanders in den Workshops", befand eine Teilnehmerin, "das gemeinsame Ideenentwickeln hat unglaublich viel Freude gemacht. Diese Lebendigkeit, einfach toll!"

Mit in den Workshops dabei waren auch Studierende der Hochschule München, die im Rahmen eines begleitenden Forschungsprogramms von Professor Dr. Tilo Klöck von der Fakultät für Sozialwissenschaften die Ergebnisse mitprotokollierten.

In den Kaffeepausen und in der Mittagspause ging der Dialog weiter. An den Stehtischen war es leicht, von einem Gespräch zum nächsten zu wechseln. "Einfach fließend, so kann man diesen Tag sicher am besten beschreiben", meinte Ali Danabas vom Landratsamt München, der die zweite Integrationskonferenz vorbereitet hatte, "die Ideen sind geflossen, die Teilnehmer sind in die Räume und immer wieder in neue Gesprächsrunden geströmt. Es sind Menschen zusammengekommen, denen der gesellschaftliche Zusammenhalt ein großes Anliegen ist. Auf dieser Basis lässt sich wunderbar weiterarbeiten."

Alle bei der zweiten Integrationskonferenz erarbeiteten Ideen werden jetzt im Landratsamt gesichtet, gegliedert und ausgewertet. Konkrete Handlungsempfehlungen und Zielvorgaben für die gesellschaftlichen Kernbereiche werden folgen. "Wir sehen uns durch den heutigen Tag einmal mehr darin bestärkt, das Integrationskonzept weiterhin mit allen Bevölkerungsgruppen des Landkreises mit Leben zu füllen", so Ali Danabas abschließend. "Ganz viel Substanz ist schon da - wir werden nun schauen, dass wir ein wegweisendes, zugleich aber auch ein umsetzbares Konzept hinbekommen."

Wie bereits die erste Integrationskonferenz des Landkreises München wurde auch diese zweite Veranstaltung von einem Filmteam begleitet. Eine Zusammenfassung des Tages mit Eindrücken und Statements von Beteiligten ist auf dem Youtube-Kanal des Landratsamtes verfügbar. Die Lang-Version des Video-Clips ist unter folgendem Link abrufbar: youtu.be/RZ_m8OIBZ9o. Zur Kurz-Version gelangen Sie hier: youtu.be/RVzYsScB0Mg.