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Kinder von Asylbewerbern haben die gleichen Rechte in Bezug auf Krippen- und Kindergartenplätze wie deutsche Kinder. Auch die Schulpflicht gilt für diese Kinder genauso wie für alle anderen Kinder.

Kinder bis 6 Jahre

Alle Kinder haben einen Anspruch auf einen Krippen- oder Kindergartenplatz, und die Eltern haben ggf. Anspruch auf Kostenübernahme ganz oder teilweise durch das Jugendamt. Im Gegensatz zur Schule besteht eine Besuchspflicht jedoch nicht.

Auch die anderen Leistungen der Jugendhilfe bewilligt das zuständige Jugendamt: etwa Angebote zur Förderung der Erziehung in der Familie, Angebote zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen oder Hilfen zur Erziehung. Für alle Kinder greift der Kinderschutz, wenn gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung bekannt werden.

Schulpflichtige Kinder

Damit die Kinder der Asylbewerber besonders schnell Deutsch lernen, werden sie i.d.R. in Übergangsklassen zusammengefasst. Ziel ist, sie möglichst schnell in Regelklassen zu integrieren. Die Erfahrung zeigt: Kinder tun sich deutlich leichter damit, eine neue Sprache im täglichen Umgang schnell zu lernen. Dennoch erfordert das Erlernen der deutschen Sprache Praxis, Praxis und nochmal Praxis. Je mehr die Kinder der Asylbewerber Gelegenheit haben, mit deutschen Kindern zu sprechen und zu spielen, desto schneller lernen sie Deutsch.

In vielen Grund- und Hauptschulen des Landkreises München sind bereits Übergangsklassen eingerichtet. Die bisherige Erfahrung zeigt: Die Kinder sind i.a.R. überaus lernbereit und fleißig – eine Bereicherung für den Schulalltag.

Die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler bedeuten eine große Herausforderung für die Lehrerinnen und Lehrer, die diese mit Bravour und bewundernswertem Engagement meistern. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle allen Lehrerinnen und Lehrer sowie allen Angehörigen der Schulfamilien, die hierzu einen Beitrag leisten!

Ältere Jugendliche können in der staatlichen Berufsschule ein Jahr eine Vorbereitungsklasse (Berufsorientierung) besuchen und dann in einem weiteren Jahr den Hauptschulabschluss nachholen. Danach haben sie die gleichen Chancen für eine Lehre wie ein deutscher Schüler. Dabei wird auch Wissenswertes aus dem deutschen Alltag vermittelt, damit die Asylbewerber sich in ihrem neuen, ungewohnten täglichen Umfeld zurechtfinden.

Die Berufsschulpflicht gilt allerdings nur bis zum 21. Lebensjahr. Nur in Ausnahmefällen ist es möglich, bis zum 25. Lebensjahr eine Berufsschule zu besuchen oder eine Ausbildung zu erhalten.

Deutschkurse für Erwachsene

Einen Anspruch auf einen Deutschkurs – und einen Integrationskurs – haben Asylbewerber erst nach ihrer Anerkennung. Zuvor können sie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Rahmen verfügbarer Kursplätze zur Teilnahme zugelassen werden, wenn ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist. Der Landkreis München bietet Asylbewerbern als freiwillige Leistung Deutschkurse an, soweit Plätze vorhanden sind.

Darüber hinaus engagieren sich Freiwillige aus den Helferkreisen der 29 Städte und Gemeinden des Landkreises, um ehrenamtlich Deutschkurse für Asylbewerber zu geben. Auch die Volkshochschule erteilt Deutschunterricht. Die Asylsozialbetreuer haben über die aktuell stattfindenden Kurse den besten Überblick.

Die Erfahrung der ersten Monate zeigt: Asylbewerber wollen Deutsch lernen. Ihre erste Frage ist meist: „Wann fängt der Deutsch-Unterricht an?“, und sie sind mit großem Engagement bei der Sache. Deutsch ist auch die beste Möglichkeit, in Kontakt mit den Menschen im Landkreis zu kommen. Viele freuen sich auch, wenn sie mit anderen Menschen abwechselnd in der Muttersprache und Deutsch sprechen können. So haben beide Freude daran und lernen Sprache und Kultur aus erster Hand.

Mehr Geld für Deutschkurse

Bayern hat bereits 2013 das Modellprojekt „Deutschkurse zur sprachlichen Erstorientierung für Asylbewerber“ an 40 Standorten gestartet. Der Freistaat Bayern hat hierfür die Mittel von bisher 3 Mio. Euro im Jahr 2015 auf 6 Mio. Euro 2016 verdoppelt. Damit können an mehr als 300 Standorten hauptamtliche „Deutschkurse zur sprachlichen Erstorientierung für Asylbewerber“ ermöglicht werden.  

Zudem hat Mitte Dezember 2015 Bayerns Sozialministerin Emilia Müller angekündigt: Die Fördermittel für die Deutschkurse werden von 3,75 Millionen Euro im Jahr 2015 auf insgesamt 16,76 Millionen Euro für 2016 aufgestockt. Davon profitiert auch der Deutschunterricht im Landkreis München.  

Der Landkreis München beteiligt sich an der Finanzierung von Sprachkursen – hierfür sind im Kreishaushalt für das Jahr 2016 insgesamt 250.000 € an freiwilligen Leistungen veranschlagt.