Gelungene Integration im Landkreis

Es gibt in den 29 Städten und Gemeinden des Landkreises München schon so viele Beispiele lebendigen Miteinanders und gelungener Integration, dass alle hier gar nicht aufgeführt werden können.

Daher exemplarisch an dieser Stelle nur einige Beispiele – weitere finden Sie auf den Unterseiten der 29 Städte und Gemeinden.

Feldkirchen - Fußball verbindet

Im Dezember 2014 bezogen zwölf Asylbewerber das VHS-Gebäude in Feldkirchen. Inzwischen hat sich vieles geändert - und die jungen Männer sind Teil der Gemeinde geworden. Damals konnte keiner von ihnen Deutsch, zwei waren Analphabeten. Heute haben alle erhebliche Fortschritte gemacht, besonders die Analphabeten können nun schreiben, beherrschen das Alphabet und besuchen seit April 2015 ihren ersten Deutschkurs. Neben zahlreichen Ausflügen mit Feldkirchner Bürgern helfen die Männer seit dem Osterferienprogramm ehrenamtlich beim Kindersport im TSV mit.

"Sie machen das sehr gern", sagt Michaela Strathmann, Leiterin des örtlichen Asylhelferkreises. "Und die Kinder finden sie super." Inzwischen kennen die Kinder ihre Namen und freuen sich, wenn sie die jungen Männer auf der Straße treffen, erzählt Strathmann. "Sie freuen sich einfach über jemanden, der mit ihnen Fußball spielt - und dann ist es egal, ob er schwarz oder weiß ist."

Kirchheim - Mitarbeit im gemeindlichen Bauhof

Voll ins Gemeindeleben integriert sind vier Flüchtlinge in Kirchheim. Sie arbeiten in der Essensausgabe in der Mittelschule oder im Bauhof. Ihr Arbeitgeber ist die Gemeinde. Albert Diop (Name geändert) kommt aus Senegal und ist sehr glücklich darüber, dass er 15 Stunden die Woche für den Bauhof arbeiten kann: "Dann muss ich nicht nur die meiste Zeit rumsitzen, sondern kann auch was tun." Seine Aufgaben sind vielfältig, zum Beispiel Hecken schneiden, Kirchheim sauberhalten und allerlei Schweißarbeiten erledigen, was dem gelernten Schweißer besonders gut gefällt. "Im Bauhof sind wir eine große Familie. Es macht wirklich Spaß, mit meinen Kollegen zu arbeiten. Hier in Kirchheim sind sowieso alle sehr offen, und wenn ich ein Problem habe, kann ich immer ins Rathaus oder zum Helferkreis Asyl gehen und mir wird geholfen", sagt Diop. Er hat einen dreijährigen Arbeitsvertrag. Ob er den auch erfüllen kann, ist unklar, denn Flüchtlinge aus sicheren Ländern wie Senegal dürfen in Bayern von April 2016 an nicht mehr arbeiten. "Das wäre sehr schade, denn ich mag es, aus der Unterkunft herauszukommen. Am liebsten würde ich jeden Tag zum Bauhof gehen", erzählt der 30-Jährige.

Auch die Gemeinde ist froh, dass sie vier der circa 60 aufgenommenen Flüchtlinge auf 450-Euro-Basis beschäftigen kann. Die Idee kam vom Helferkreis Asyl, erzählt Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU): "Der Helferkreis ist auf uns zugekommen und hat uns gebeten, ihnen Bescheid zu sagen, wenn Firmen solche Stellen anbieten. Das haben wir zum Anlass genommen, selbst Flüchtlingen Arbeit anzubieten. Die Flüchtlinge sind unglaublich fleißig und bei der Arbeit kaum zu bremsen. Ich glaube auch, dass Arbeit die beste Art der Integration ist. Mit ihren Kollegen reden die Flüchtlinge meistens Deutsch und lernen über sie Kultur und Gemeinde kennen."

Unterhaching/Taufkirchen - Mobilität mit Fahrrädern

Beim Unterhachinger Helferkreis war recht schnell klar: Das Fahrrad ist für die Asylsuchenden im Alltag ein wichtiges Verkehrsmittel, der Wunsch daher verständlich. Also rief der Helferkreis eine Radlerwerkstatt ins Leben. Ein Team von Hobby-Fahrradmechanikern im Alter zwischen zwölf und 74 Jahren haben sich so zusammengefunden, um die von der Bevölkerung gespendeten Fahrräder wieder flott zu machen und sie den Asylbewerber für etwa 20 Euro zur Verfügung zu stellen. Dieser Preis entspricht meist den Kosten für die benötigten Ersatzteile, die manchmal auch vom Wertstoffhof stammen. Ein Asylbewerber ist bereits Mitglied der Fahrradwerkstatt. Er erledigt kleinere Reparaturen und dient als Ansprechpartner.

Auch in Taufkirchen will der Helferkreis den Asylbewerbern Mobilität mit Fahrrädern verschaffen. Im Keller des Ritter-Hilprand-Hofs lagern jede Menge Räder, die bei der letzten Versteigerung der Gemeinde übrig geblieben sind, mit ein paar Reparaturen aber wieder fahrtüchtig gemacht werden können. Gemeinsam mit den Flüchtlingen schrauben die Helfer inzwischen an den Fahrrädern. "Die Radl-Werkstatt kommt sehr gut voran", meldet der dortige Helferkreis.

Hohenbrunn - Über Wasser bleiben

Stolz auf ihr Seepferdchen-Abzeichen können acht Flüchtlingskinder in Riemerling  in der Gemeinde Hohenbrunn sein. Dank der Unterstützung des örtlichen Helferkreises Asyl bekamen die Kinder die Möglichkeit, an einem Schwimmkurs mit zehn Einheiten teilzunehmen. Die Teilnehmer kamen aus Riemerling und dem benachbarten Ottobrunn. Ein vierköpfiges Team der "Riemerlinger Haie" leitete den Kurs.

In Zukunft wird auch Putzbrunn in das Angebot integriert werden. Dabei hatten die Kinder nicht nur Spaß im kühlen Nass, sondern lernten auch lebensrettende Fähigkeiten, um sich über Wasser halten zu können. "Die Haie boten das an", sagt Diakon Karl Stocker, der zwei Helferkreise betreut. Da die Zahl an Interessierten wächst, wird es auch in Zukunft weitere Schwimmkurse geben.