Ausbildung und Arbeit: Der Schlüssel zur Integration

Der Landkreis München hat einen Informationsflyer rund um das Thema Arbeitsmarktintegration für Flüchtlinge erstellt. Sie finden ihn hier zum downloaden.

Nach drei Monaten in Deutschland dürfen Asylbewerber eine Arbeit aufnehmen. Die Drei-Monats-Frist beginnt am Tag der Meldung des Asylgesuchs und der Ausstellung der Aufenthaltsgestattung.

Sind Asylbewerber länger als drei Monate, aber kürzer als 15 Monate im Land, greift die sogenannte „Vorrangprüfung“. Das bedeutet: Steht für eine Stelle ein deutscher oder EU-Ausländer zur Verfügung, muss der Arbeitgeber vorrangig diese beschäftigen und der Asylbewerber erhält die Stelle nicht. Um dies zu prüfen, leitet die Ausländerbehörde den Antrag an die Agentur für Arbeit weiter. Diese prüft, ob die Stelle vorrangig mit anderen Bewerbern zu besetzen wäre und ob die Bezahlung den allgemeinen Standards entspricht - dies kann bis zu sechs Wochen dauern. Stimmt die Agentur für Arbeit zu, stimmt auch die Ausländerbehörde zu und die Arbeitsgenehmigung wird erteilt.

Sind Asylbewerber länger als 15 Monate im Land, entfällt die Vorrangprüfung durch die Agentur für Arbeit. Die Ausländerbehörde erteilt dann direkt die Arbeitsgenehmigung. Der Arbeitsverdienst wird auf die Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz angerechnet. Nähere Auskünfte erteilt das Sozialamt.

Keine Zustimmung der Arbeitsagentur...

...erfordern eine Berufsausbildung, Praktika zu Weiterbildungszwecken, Freiwilligendienst oder die Arbeitsaufnahme von Hochqualifizierten. Ob die konkrete Beschäftigung zustimmungsfrei ist, prüft die Ausländerbehörde in jedem Einzelfall. Auch bei zustimmungsfreien Beschäftigungen gilt für Personen mit einer Aufenthaltsgestattung die Drei-Monats-Frist. Diese entfällt nur für Personen mit einem Duldungsstatus.

1-Euro-Jobs für Asylbewerber

Das Sozialamt kann „Arbeitsgelegenheiten" bei kommunalen und gemeinnützigen Trägern vergeben, die nicht arbeitserlaubnispflichtig sind. Dies sind einfache, zeitlich begrenzte Tätigkeiten, für die eine Aufwandsentschädigung von 1,05 Euro pro Stunde gezahlt wird. Bedingung: Diese Arbeiten sind zusätzliche Tätigkeiten, die bisher nicht von Mitarbeitern der Träger durchgeführt wurden. Diese Arbeitsgelegenheiten begründen auch kein Arbeitsverhältnis und können von beiden Seiten täglich aufgekündigt werden, hier können auch keine Ansprüche auf Rente oder Arbeitslosengeld erworben werden.

Die Agentur für Arbeit hat in der Kapuzinerstraße im Eingangsbereich die "Beratung International" eingerichtet. Die Vermittler können bis zu 17 Sprachen. Seit August 2015 gibt es zudem ein sogenanntes "Zentrum für Flüchtlinge" – dieses unterstützt Asylbewerber (nach drei Monaten Aufenthalt) in Bezug auf Vermittlung in Arbeit bzw. Kursangebote. Das Arbeitserlaubnis-Verfahren bleibt davon unberührt.

Asylbewerber können auch ehrenamtlich beschäftigt werden - allerdings nur bei gemeinnützigen Einrichtungen.

Deutschkurse als Grundlage

Um eine Arbeit zu finden, müssen Asylbewerber in aller Regel über Deutschkenntnisse verfügen. Einen Anspruch auf einen Deutschkurs – und einen Integrationskurs – haben Asylbewerber erst nach ihrer Anerkennung. Zuvor können sie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Rahmen verfügbarer Kursplätze zur Teilnahme zugelassen werden, wenn ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist. Der Landkreis München bietet Asylbewerbern als freiwillige Leistung Deutschkurse an, soweit Plätze vorhanden sind.

Darüber hinaus engagieren sich Freiwillige aus den Helferkreisen der 29 Städte und Gemeinden des Landkreises, um ehrenamtlich Deutschkurse für Asylbewerber zu geben. Auch die Volkshochschule erteilt Deutschunterricht. Die Sozialbetreuer haben über die aktuell stattfindenden Kurse sicher den besten Überblick. Fallen für Deutschkurse Kosten an, müssen diese durch Spenden finanziert werden. Auch der Landkreis München unterstützt mit insgesamt 250.000 EUR das Angebot an Deutschkursen im Landkreis.

Die Erfahrung der ersten Monate zeigt: Asylbewerber wollen Deutsch lernen. Ihre erste Frage ist meist: „Wann fängt der Deutsch-Unterricht an?“ und sie sind mit großem Engagement bei der Sache.

Deutsch ist auch die beste Möglichkeit, in Kontakt mit den Menschen im Landkreis zu kommen. Viele freuen sich auch, wenn sie mit anderen Menschen abwechselnd in der Muttersprache und Deutsch sprechen können. So haben beide Freude daran und lernen Sprache und Kultur aus erster Hand.

Zusätzliche Informationen zum Thema Deutsch lernen finden Sie hier.

Den Informationsflyer zum Thema Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen finden Sie hier.